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Schwarzenberger Gruft in Domanin
In das Unterbewußtsein der Besucher von Denkmälern traten Jan Adolf II. zu Schwarzenberg und seine Gemahlin Fürstin Eleonore besonders als Initiatoren des Umbaues des Schlosses Hluboká in die heutige neogotische Gestalt. Die Fürstin Eleonore setzte sich aber auch für den Bau einer neuen Gruft ein, die für die Aufbewahrung der Überreste der Mitglieder des Geschlechtes Schwarzenberg bestimmt war.
Seit dem Jahre 1784 wurde die Mitglieder des Hauptzweiges des Schwarzenberger Geschlechtes in der nahen Friedhofskirche des Hl. Ägidius, die das erste Mal im Jahre 1515 erwähnt wurde. Dieser was jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schon voll und außerdem entsprach er auch den relativ strengen hygienischen Vorschriften nicht mehr, die unter anderem verordneten, den Raum der Gruft separat zu lüften sowie den Körper vor dem Einbetten in den Zweimantel-Sarg zu balsamieren.
Das ursprüngliche Projekt der neuen Gruft, die sich im Park am südöstlichen Ufer des Teiches Svět befindet, entwarf der bedeutende österreichische Architekt Johann Schmidt, Autor des Projektes des Wiener und Liberecer Rathauses. Es war ihm jedoch die Problematik der Sohle nicht genügend bekannt und sein Entwurf wurde nicht realisiert. Es kam hier der fürstliche Baumeister Ferdinand D. Deworetzký, Mitverfasser des Umbaus des Schlosses Hluboká wieder zur Geltung. Nach dem Vorbild des italienischen Campo Sante entwarf er ein zweistöckiges Gebäude im neogotischen Stil mit einem monumentalen Stiegenaufgang, in die umliegende Parkfläche passend eingebettet. Der Bau wurde am 14.Juli 1874 unter der Leitung von Deworetzký aufgenommen. Am Bau der Gruft beteiligten sich Handwerker aus ganz Südböhmen, und innerhalb von zweieinhalb Jahren wurden 251 tausend Gulden investiert. Am 29.Juli 1877 hat der Bruder des Fürsten Jan Adolf II., der Prager Erzbischof Friedrich zu Schwarzenberg die Gruft feierlich geweiht.
Dem nüchternen Kapellenraum dominiert der Hauptaltar, dem Himmlischen Erlöser geweiht und vom Bildhauer Josef Pokorný aus weißem Sandstein, Gibs und Istrija-Marmor geschaffen. Für die Fenster- und Türgewände wurde der aus dem Böhmischen Paradies sowie auch aus den österreichischen Vorkommen gebrachte Muschelkalkstein verwendet. In der Gruft selbst, die unter der Kapelle untergebracht ist, befindet sich ein künstlerisch wertvoller Marmorsarkophag, von Alexamder Trippl im Jahre 1789 geschaffen, der in die Gruft nachträglich aus Wien gebracht wurde. Bemerkenswert darauf ist eine dünne Marmorkette mit 83 Gliedern, die den Eindruck erweckt, daß sie frei aufgelegt ist.
Die eigene Gruft hat den Vorschriften entsprechend einen selbständigen Eingang, undurchsichtige Fenster sowie eine separate Luftzirkulation. Sie befindet sich unter der Erde und auch des Wasserspiegels des Teiches Svět. Damit das Wasser aus dem Sandboden nicht durch die Fundamente des Baues durchsickert, wurde um den Bau herum ein Luftkanal errichtet, 60 cm breit und 2 m tief. Der führt das Wasser von dem Bau weg und sicherte somit das trockene Milieu der Gruft.
Die Schwarzenberger Gruft ist eines der architektonisch merkwürdigsten Bauten von Südböhmen.






